14.05.2026
Kann man Krebs im Blut erkennen? Was moderne Bluttests heute leisten
Die Frage, ob man Krebs im Blut erkennen kann, beschäftigt Millionen von Menschen – und die medizinische Wissenschaft gleichermaßen. Krebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen, und jedes Jahr erkranken rund eine halbe Million Menschen neu. Das Tückische daran: In vielen Fällen wächst ein Tumor über Monate oder sogar Jahre, ohne dass die betroffene Person auch nur den geringsten Hinweis darauf bemerkt. Genau deshalb ist die Frage nach einem zuverlässigen Bluttest zur Krebserkennung so wichtig. Die gute Nachricht lautet: Ja, es gibt Verfahren, die im Blut auf Krebs hinweisen können. Die differenzierte Antwort lautet: Kein Bluttest kann Krebs allein und mit hundertprozentiger Sicherheit diagnostizieren. Aber moderne Tests können einen entscheidenden ersten Hinweis geben – früh genug, um einen Zeitvorsprung zu gewinnen.
Von: Doreen Schrader
Was verrät das Blut über Krebs?
Das Blut ist das zentrale Transportsystem des menschlichen Körpers. Es versorgt jedes Organ mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportiert gleichzeitig Abfallprodukte ab. Wenn irgendwo im Körper ein Tumor entsteht, hinterlässt dieser Prozess Spuren im Blut. Krebszellen geben bestimmte Substanzen ins Blut ab, darunter Proteine, Enzyme und genetisches Material in Form von DNA-Schnipseln. Je nach Krebsart und Stadium unterscheiden sich diese Marker, und genau hier liegt sowohl die Chance als auch die Herausforderung der blutbasierten Krebserkennung.
Ein klassisches Blutbild, wie es bei der Routineuntersuchung erstellt wird, kann erste allgemeine Hinweise auf mögliche Erkrankungen geben. Es zeigt die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen. Veränderte Werte können auf Entzündungen, Anämie oder im Fall von Blutkrebs auf direkte Veränderungen im blutbildenden System hinweisen. Für die meisten soliden Tumorerkrankungen, also Krebs in der Lunge, der Brust, dem Darm oder der Bauchspeicheldrüse, reicht ein Standard-Blutbild jedoch nicht aus. Hier kommen spezifischere Tests ins Spiel.
Tumormarker: Hinweise, aber keine Diagnose
Tumormarker sind Substanzen im Blut, die bei bestimmten Krebserkrankungen erhöht sein können. Sie sind seit Jahrzehnten bekannt und werden in der Medizin eingesetzt, um den Verlauf einer Krebstherapie zu überwachen oder nach einer erfolgreichen Behandlung auf ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung zu achten. Bekannte Tumormarker sind beispielsweise PSA bei Prostatakrebs, CEA bei Darm- oder Lungenkrebs oder CA 125 bei Eierstockkrebs.
Das grundsätzliche Problem dieser klassischen Tumormarker liegt in ihrer fehlenden Spezifität. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Prostatakrebs hinweisen, aber ebenso auf eine gutartige Prostatavergrößerung oder eine Entzündung. Ein erhöhtes CEA kann durch Rauchen oder durch entzündliche Darmerkrankungen verursacht werden, ohne dass Krebs vorliegt. Umgekehrt können diese Marker bei manchen Krebserkrankungen im Normbereich liegen, selbst wenn ein Tumor tatsächlich vorhanden ist. Für eine zuverlässige Erstdiagnose sind Tumormarker allein deshalb in der Regel nicht geeignet. Sie sind wertvolle Ergänzungen, aber kein eigenständiges Diagnosewerkzeug.
Was ist Liquid Biopsy und wie funktioniert sie?
In den vergangenen Jahren hat die medizinische Forschung erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung moderner Bluttests zur Krebserkennung gemacht. Das vielversprechendste Verfahren ist die sogenannte Liquid Biopsy, auf Deutsch "flüssige Biopsie". Der Begriff beschreibt den Nachweis von krebstypischem Material, das von Tumorzellen ins Blut abgegeben wird. Wenn Krebszellen absterben oder sich teilen, setzen sie winzige Fragmente ihrer DNA ins Blut frei. Diese sogenannte zellfreie Tumor-DNA, auch ctDNA genannt, lässt sich mit hochempfindlichen Labormethoden im Blut nachweisen und analysieren.
Die Liquid Biopsy ist ein bedeutender Fortschritt, weil sie im Prinzip erlaubt, Krebs schonend und mit nur einer Blutprobe aufzuspüren, ohne dass eine operative Gewebeentnahme notwendig ist. Mehrere Forschungsprojekte, darunter solche, die vom Bundesministerium für Gesundheit und von der Deutschen Krebshilfe gefördert werden, arbeiten intensiv daran, diese Technologie zur Marktreife zu bringen. Forscher am Universitätsklinikum Erlangen haben beispielsweise einen Bluttest entwickelt, der das individuelle Rückfallrisiko bei Hautkrebspatienten vorhersagen und sich potenziell auch für andere Tumorarten eignen soll. Allerdings gilt für viele dieser Verfahren noch: Sie befinden sich in der klinischen Erprobungsphase und sind noch nicht für den breiten Einsatz zugelassen.
Der PanTum Detect Bluttest: Früherkennung in der Praxis
Ein Bluttest, der bereits heute im Rahmen eines strukturierten Krebsfrüherkennungsprogramms eingesetzt wird, ist der PanTum Detect. Anders als klassische Tumormarker, die spezifisch für einzelne Krebsarten sind, arbeitet PanTum Detect tumorunabhängig. Das bedeutet: Er weist zwei spezifische Enzyme im Blut nach, nämlich DNaseX (Apo10) und TKTL1, die von vielen Tumorarten bereits in einem frühen, symptomlosen Stadium vermehrt produziert werden. Der Test gibt damit einen ersten Hinweis darauf, ob im Körper möglicherweise ein Tumor vorhanden ist, ohne dass es darauf ankommt, um welche Krebsart es sich handelt.
Die wissenschaftliche Grundlage des Tests ist solide: In einer klinischen Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf mit über 5.000 symptomlosen Probanden konnte PanTum Detect Tumoren laut Fachinformation mit einer Sensitivität von 97,5 Prozent nachweisen, während gesunde Personen mit einer Spezifität von 99,5 Prozent korrekt ausgeschlossen wurden. In rund 80 Prozent der auffälligen Fälle bestätigte eine anschließende Bildgebung mittels PET/CT oder MRT den Verdacht auf einen vorhandenen oder sich entwickelnden Tumor. Das macht den Test zu einem bedeutsamen Werkzeug der modernen Krebsfrüherkennung.
Entscheidend ist, was bei einem auffälligen Ergebnis passiert. PanTum Detect ist kein Diagnosewerkzeug, sondern ein Früherkennungstest. Wenn der Test auffällig ist, wird das Ergebnis im nächsten Schritt durch moderne bildgebende Verfahren abgeklärt. Erst diese Kombination aus Bluttest und Bildgebung macht es möglich, einen Tumor zu lokalisieren und eine gesicherte Einschätzung zu erhalten. Kein Alleinlassen mit einem Befund, sondern Begleitung bei der Interpretation und den nächsten Schritten – das ist das Prinzip, das hinter einem guten Krebsfrüherkennungsprogramm stehen sollte.
Wo liegen die Grenzen des Bluttests zur Krebserkennung?
Eine ehrliche Einordnung gehört zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema. Kein Bluttest der Welt kann Krebs mit hundertprozentiger Sicherheit ausschließen oder bestätigen. Das gilt auch für PanTum Detect. Ein negativer Testergebnis bedeutet, dass keine auffälligen Enzyme nachgewiesen wurden – es kann jedoch nicht garantieren, dass kein Krebs vorhanden ist. Ein Tumor in einem sehr frühen Mikrostadium gibt möglicherweise noch nicht genug Marker ins Blut ab, um erkannt zu werden. Umgekehrt kann ein auffälliger Test andere Ursachen haben, etwa vorübergehende Entzündungsprozesse, die die Enzymproduktion beeinflussen.
Aus diesem Grund ist es ausgesprochen wichtig, einen Bluttest zur Krebsfrüherkennung immer als das zu verstehen, was er ist: ein erster, wertvoller Hinweis innerhalb eines umfassenden Vorsorgekonzepts. Er ersetzt nicht die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen, sondern ergänzt sie sinnvoll. Besonders für die über 55 Prozent aller Krebsarten, für die es bislang keine konventionellen Vorsorgemöglichkeiten gibt, kann ein jährlicher Bluttest ein entscheidender Baustein sein, der früher Klarheit schafft als alle bisherigen Methoden.
Wer sollte über einen Bluttest zur Krebsfrüherkennung nachdenken?
Grundsätzlich kann jeder Mensch ab 18 Jahren, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat und sich gesund fühlt, einen Bluttest zur Krebsfrüherkennung durchführen lassen. Besonders sinnvoll ist die Überlegung für Menschen, die in ihrer Familie Krebserkrankungen kennen, die ein erhöhtes allgemeines Gesundheitsbewusstsein haben und für die Klarheit und Sicherheit einen hohen Stellenwert besitzen. Auch für Unternehmer und Selbstständige, deren Leistungsfähigkeit direkt von ihrer Gesundheit abhängt, ist eine proaktive Krebsvorsorge keine Frage des Luxus, sondern eine Entscheidung für Planbarkeit und Kontrolle.
Im Rahmen des Krebs-Scan Programms der HanseMerkur ist PanTum Detect in eine vollständige Versorgungsstruktur eingebettet. Das bedeutet: Sie erhalten nicht nur den jährlichen Bluttest, sondern im Fall eines auffälligen Ergebnisses auch die Kostenübernahme für modernste Bildgebung wie PET/CT oder MRT sowie eine durchgehende ärztliche Begleitung durch Spezialisten. Der Termin für die Blutentnahme ist unkompliziert über ein spezialisiertes Netzwerk an Standorten in ganz Deutschland buchbar. Ergebnisse werden digital über das Patientenportal übermittelt, und im Fall eines auffälligen Befunds erfolgt innerhalb von 48 Stunden eine telemedizinische Beratung mit einem Arzt. Das ist keine Angstmacherei – das ist verantwortungsvolle Vorsorge.
Über den Autor:
Doreen Schrader
Expertin für Krebsfrüherkennung
Ich bin Doreen Schrader, unabhängige Versicherungsmaklerin mit Schwerpunkt auf Krankenversicherungen und innovativer Gesundheitsvorsorge. In meiner täglichen Arbeit erlebe ich, wie wichtig der Unterschied zwischen "versichert sein" und "wirklich abgesichert sein" ist.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Krebs im Blut erkennen?
Ja, bestimmte Bluttests können Hinweise auf eine Krebserkrankung im Blut nachweisen. Dazu gehören klassische Tumormarker sowie neuartige Verfahren wie PanTum Detect, der spezifische Enzyme nachweist, die von vielen Tumoren bereits in einem frühen, symptomlosen Stadium produziert werden. Ein Bluttest allein kann jedoch keine endgültige Krebsdiagnose stellen. Dafür sind weiterführende Untersuchungen wie eine Bildgebung oder eine Biopsie erforderlich.
Was ist der Unterschied zwischen einem normalen Blutbild und einem Krebsbluttest?
Ein normales Blutbild zeigt allgemeine Parameter wie die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen. Es kann erste Hinweise auf Erkrankungen geben, ist aber nicht in der Lage, die meisten Krebsarten zu erkennen. Ein spezieller Krebsbluttest wie PanTum Detect sucht gezielt nach krebstypischen Biomarkern, die auf das mögliche Vorliegen eines Tumors hinweisen, und ist deshalb weitaus aussagekräftiger für die Krebsfrüherkennung.
Wie genau ist der PanTum Detect Bluttest?
Laut klinischen Studiendaten weist PanTum Detect Tumore mit einer Sensitivität von 97,5 Prozent nach und schließt gesunde Personen mit einer Spezifität von 99,5 Prozent korrekt aus. Das macht ihn zu einem der präzisesten verfügbaren Früherkennungstests. Dennoch handelt es sich um einen Hinweistest, kein Diagnosewerkzeug. Auffällige Ergebnisse werden stets durch bildgebende Verfahren abgeklärt.
Übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für den Bluttest?
Nein, der PanTum Detect Bluttest wird derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, da er nicht Bestandteil des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms ist. Er ist jedoch über den Krebs-Scan Tarif der HanseMerkur als private Zusatzversicherung für monatlich 27,50 Euro verfügbar und bietet damit einen vergleichsweise günstigen Zugang zu innovativer Früherkennung.
Für welche Krebsarten kann man im Blut einen Hinweis erkennen?
PanTum Detect ist bewusst tumorunabhängig konzipiert und kann daher Hinweise auf eine Vielzahl von Krebsarten liefern. Das ist besonders bedeutsam, weil es für mehr als die Hälfte aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland keine konventionellen Früherkennungsuntersuchungen gibt. Dazu zählen unter anderem Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs und viele weitere Tumorarten, die mit klassischen Vorsorgemethoden erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt werden.
Ersetzt der Bluttest die reguläre Krebsvorsorge beim Arzt?
Nein, der Bluttest ersetzt keine regulären Vorsorgeuntersuchungen. Er ist als Ergänzung gedacht, die bestehende Vorsorgelücken schließt. Die gesetzliche Krebsfrüherkennung deckt fünf Krebsarten ab. Für alle anderen Krebsarten kann ein jährlicher Bluttest wie PanTum Detect der entscheidende zusätzliche Schritt sein, der früher Klarheit schafft.